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Präsentation des Buches

Heuristik des Erfindens

Vorwort von Prof. Dr. habil. Martin G. Möhrle

Grundlagen der klassischen TRIZTechnische Anwendungswissenschaften, seien es die Elektronik, die Thermodynamik, die Verfahrenstechnik, der Maschinenbau, die Luft- und Raumfahrttechnik etc., stellen theoretische Grundlagen, Modelle und Methodiken zur Problemlösung speziell in ihrem Feld zur Verfügung. Der russische Forscher Genrich S. Altschuller (1926-1998) hat den Versuch unternommen, über alle diese Anwendungswissenschaften hinweg zu generalisieren, d.h. theoretische Grundlagen, Modelle und Methodiken zu finden, die in allen technischen Anwendungswissenschaften gelten. Er hat für diesen Zweck eine Theorie des erfinderischen Problemlösens entwickelt, die mittlerweile in aller Welt bekannt ist und unter dem Kürzel TRIZ diskutiert und angewendet wird.

Als Gemeinsamkeit in allen technischen Anwendungswissenschaften – und damit als zentraler Begriff der TRIZ – tritt die Erfindung im Sinne der neuartigen Lösung eines Problems hervor. Altschuller hat zahlreiche solcher Erfindungen anhand von Schutzrechtsschriften untersucht. Er kam zu zwei Feststellungen:

Erstens lassen sich Erfindungen günstiger Weise über den Widerspruch charakterisieren, den sie überwinden helfen.

Zweitens lassen sich trotz aller Vielfalt der technischen Erfindungen wesentliche Gemeinsamkeiten erkennen. Altschuller hat u.a. acht sehr abstrakt gefasste Entwicklungsgesetze technischer Systeme aufgestellt, vierzig wesentlich konkretere Erfindungsprinzipien formuliert und darüber hinaus eine Vielzahl an einzelnen Werkzeugen entwickelt. Viele der Werkzeuge haben heuristischen Charakter, das schmälert aber ihren Anwendungsnutzen nicht.

Mit dem vorliegenden Buch greift nun Michael Orloff als ein Nachfolger Altschullers dessen wertvollen Gedanken auf und macht sie in enger Anlehnung an die russischen Originalquellen in der deutschen Sprache zugänglich. Besonders hervorzuheben ist die verständliche und schwungvolle Darstellung bei gleichzeitig hoher fachlicher Fundierung.

Das vorliegende Buch sei empfohlen für:

  • Ingenieure und Techniker in der unternehmerischen Praxis sowie in Forschungseinrichtungen,
  • darunter vor allem auch Anwendern von Software-Produkten wie dem Tech Optimizer der Firma Invention Machine sowie der InnovationWorkBench der Firma Ideation International und natürlich Anwendern der, was ihre integrierenden Funktionen betrifft, innovativen Software TRIZ PentaCORE™, die unter der Leitung von Prof. M. Orloff entwickelt wurde,
  • Wissenschaftler auf dem Gebiet der Planungslehre technischer Systeme (über alle Disziplinen hinweg) sowie,
  • last but not least: allen an Erfindungen interessierten Personen.

Erfinden ist das neuartige Lösen technischer und technisch-wirtschaftlicher Probleme. Es bildet den Kern einer Innovation. Erfinden gilt allenthalben als ein kaum steuerbarer Prozess, dessen Erfolg vornehmlich von der Fachkompetenz, der Kreativität und dem Glück des Erfinders abhängig ist. Altschuller ist anerkanntermaßen der Pionier auf dem Gebiet des methodischen Erfindens. TRIZ ermöglicht es, die Fachkompetenz und die Kreativität des Erfinders systematisch und zielgerichtet zu kombinieren und damit das Erfinden weniger vom Glück abhängig zu machen. Durch TRIZ Reinventing kann man Erfinden in gewissen Grenzen erlernen und lehren. Schließlich legt TRIZ die Grundlage für ein gemeinsames Verständnis aller am Erfindungsprozess Beteiligten und kann daher besonders gut im Team angewendet werden sowie zu einem Kommunikations- und Führungsinstrument ausgebaut werden.

Mit Hilfe der TRIZ lässt sich ein leistungsfähigeres und gleichzeitig schlankeres Wissensmanagement in technischen Bereichen umsetzen. Michael Orloff weist mit seinem Buch einen Weg dorthin. Mögen die Leser dem Autor folgen und den Nutzen erschließen.

Prof. Dr. habil. Martin G. Möhrle
Universität Bremen,
Schwerpunkten Innovation und Kompetenztransfer

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