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PentaCORE

PentaCORE

PentaCORE (pentacore - zusammengesetztes Wort aus dem Griechischen "penta – fünf" und dem englischen "core – Kern, Wesen") – ein Modellframe aus fünf Kernen für die Steuerung des Prozesses für die Lösung erfinderischer Aufgaben.



Effektives Denken

Hindernisse bei der Lösung eines jeden Problems oder bei der Entwicklung einer beliebigen kreativen Idee können in Form einer dreistufigen Struktur dargestellt werden (Abb.):



Die notwendige Bedingung des Generierens einer effektiven Idee und die Bedingung für das Überwinden der ersten Barriere sind spezielle professionelle Kenntnisse, das heißt Kompetenz.

Jedoch ist das mindestens aus den zwei folgenden Gründen nicht ausreichend.

Fehlende Erfahrungen bei der Entwicklung kreativer Lösungen, nicht ausreichend entwickelte Vorstellungskraft, fehlende Fähigkeit zum Träumen und zur Phantasie, zu Scherzen und Überraschungen kann zu einer zweiten unüberwindbaren Barriere bei der Entwicklung effektiver Ideen werden.

Jedoch ist auch die Beherrschung kreativer Methoden keine ausreichende Bedingung für einen vollständigen Sieg. Ein sehr wichtiger Faktor für das Überwinden der dritten Barriere ist die psychologische Mobilisierung für ein effektives Denken.

All diese Aspekte wurden bereits vor langer Zeit sehr pragmatisch in der bekannten Triade ÄWissen – Können – Wollen" dargestellt.

Diese Aspekte gehören zur mentalen Tätigkeit.

Dennoch ist das bei weitem nicht alles für die Praxis.

Für die praktische Umsetzung einer jeden mentalen Aktion benötigt man noch zwei Aspekte.

Den fundamentalen Aspekt bildet das Vorhandensein von Ressourcen sowohl für das Denken als auch für die Realisierung einer Idee in materieller Form. Mit anderen Worten, man muss "die Möglichkeit haben", etwas zu tun. Natürlich überwindet manchmal der Wille des Menschen auch das Unmögliche. Jedoch sprechen wir hier verallgemeinert über eine beliebige Situation, wobei berücksichtigt werden muss, dass das Fehlen irgendeiner notwenigen Ressource entweder den Inhalt einer Lösung grundlegend verändert oder eine Idee in einer vorhandenen Situation nicht realisierbar werden lässt.

Und letztendlich ist das eigentliche Handeln auch ein wesentlicher Aspekt. Das heißt, es reicht nicht aus, zu träumen, sondern man muss etwas TUN. Sogar dann, wenn am Anfang die Handlung nur darin besteht, etwas auf einem Blatt Papier niederzuschreiben. Wenn jemandem eine Idee auch noch so "genial" erscheint, so kann schon ihre Darstellung auf einem Blatt Papier diese Idee realistischer erscheinen lassen. Und davor haben viele Angst. Sie fürchten das schöne Bild von ihrer Phantasieidee zu zerstören.

Und so kann man das vollständige Schema des kreativen Prozesses in folgender Form darstellen (Abb.):


Vollständiges Schema des kreativen Prozesses

Dennoch stellt sich die Frage, kann man etwas ohne spezielles professionelles Wissen erfinden? Ganz selten, nur wenn glückliche Umstände zusammentreffen. Aber auch in diesen Fällen könnte ein ausreichend "ausgebildetes" Gehirn diese Idee erkennen.

Kann man denn etwas erfinden, ohne die Kenntnis kreativer Methoden? Ja, die ganze Geschichte der Zivilisation basiert auf Erfindungen, die "ohne Methode" gemacht wurden! Jedoch wenn Sie sich das zum Beispiel nehmen, sollten Sie daran denken, dass das Leben eines Menschen bedeutend kürzer ist als die Geschichte der Zivilisation, so kann man ohne "richtige" Methode nicht das erfinden, was man wirklich möchte, das heißt die Bedingung "Die Möglichkeit haben" ist nicht erfüllbar.

Wenn Sie aber nicht erfinden wollen, wie soll man sich da verhalten? Ganz einfach: Lassen Sie es sein!

Wenn es nicht genügend Ressourcen gibt, kann man dann erfolgreich sein? Auch das kam bei großer Ausdauer bereit vor.

Kann man auch einen Erfolg erzielen, ohne etwas zu tun? Nein, das geht nicht! Mit Ausnahme von besondere Fällen, wo "nichts tun" bedeutet, vernünftig und notwendiger Weise "abzuwarten".

Deshalb muss man immer irgendetwas "tun". Ist es aber nicht besser, zuerst nachzudenken, bevor man etwas tut, um bessere Möglichkeiten zu haben? Noch besser ist es aber, mit der TRIZ nachzudenken, um Möglichkeiten und Ideen zu finden!

Aber wie?

Drei Schemata demonstrieren die Schüsselideen, die zur Herausbildung der PentaCORE-Plattform der Modern TRIZ führten. Diese Plattform richtet sich direkt auf die Realisierung aller aufgezählten Aspekte des effektiven Denkens.



Spezialisiertes Gehirn

Das erste unten aufgeführte Schema widerspiegelt die fundamentalen Unterschiede des Denkens mit der linken Gehirnhälfte (rationales, logisches) und mit der rechten Gehirnhälfte (irrationales = extra-rationales, emotionales) und dieses Schema gibt die Möglichkeit, Anforderungen an theoretische und angewandte Arbeitsergebnisse zu stellen:

  1. Zeit: Berücksichtigung der Makro- und Mikrorhythmen der Arbeit des Gehirns;
  2. Raum: Integration logisch-algorithmischer Modelle mit emotional-bildhaften, metaphorischen;
  3. Emotionen: Berücksichtigung psycho-physiologischer Besonderheiten einer konkreten Person – Motivation, psychologische Ressourcen, Gesundheit, Bereitschaft.





Funktionale Spezialisierung der Gehirnhälften


Universelles Gehirn

Das zweite Schema basiert auf Untersuchungen der Aktivität des Gehirns, die von einer Schule russischer Neurophysiologen unter Leitung von Professor P. Simonow vor 40 Jahren begonnen wurden – bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Ergebnisse dieser Forschungen bilden die Grundlage des "topologischen Modells der Geburt einer Idee" (Prof. M. Orloff).





Topologisches Modell der Geburt einer Idee


Die verallgemeinerte Plattform für die Annahme und Anwendung dieses Schemas besteht in der Postulierung der Hypothese, dass an der Synthese einer kreativen Idee vereinfacht gesagt das gesamte Gehirn teilnimmt, alle seine Ressourcen. Folglich müssen und können beim Erlernen und bei der praktischen Anwendung dieser oder jener Methodik der Steuerung des Prozesses des Generierens von Ideen alle wesentlichen Ressourcen des Gehirns aktiviert werden.

In jedem Fall bedeutet das, dass der strategische Weg hin zur Entwicklung einer neuen Theorie oder zumindest für die Gestaltung neuer praktischer Methoden des Generierens von Ideen in Richtung Integration der verschiedenen "spezialisierten" Intellekte des Gehirns (einer Person) verlaufen muss.

Das Ziel der Integration ist eine begründete gemeinsame Anwendung der Methoden der Kreativität, die früher als unvereinbar und einander ausschließend bezeichnet wurden.

Die Grundlage für die Integration bildet das Verstehen der Natur des Denkens, zumindest in der Form und in dem Umfang, wie es in der integralen, einander ergänzenden Funktion der linken und rechten Gehirnhälfte existiert, und auch im Stirnbereich beim Generieren neuer Ideen.



Konzeption PentaCORE

Viele Beispiele zeigen deutlich, dass erstaunliche Lösungen unter den Bedingungen einer undenkbar komplizierten kombinatorischen Schwierigkeit entdeckt wurden. Das spricht dafür, dass das Gehirn des Menschen nicht nur einfach gewisse Auswahlmechanismen verwendet, sondern auch noch etwas weitaus effektiveres.

Wenn man diese Annahmen berücksichtigt, erscheint die Gegenüberstellung der zwei intellektuellen Strategien – linke Hemisphäre oder rationales, logisches Denken und rechte Hemisphäre oder künstlerisches, emotionales Denken – im Stil der eigentlichen TRIZ, speziell in der Methode Verbindung alternativer Verfahren, als eine völlig philosophische Lösung.

Für die praktische Realisierung dieser Plattform werden hier in diesem Schema die führenden Richtungen der TRIZ und der traditionellen kreativen Methoden, sowie die auf eine Persönlichkeit bezogenen und sozialen Modelle integriert.






Funktionale Struktur PentaCORE


Modell PentaCOR

Die funktional-logische Struktur der Konzeption PentaCORE für das Studium und seine Anwendung finden Sie in der hier dargestellten Abbildung:





Funktional-logische Struktur der Konzeption PentaCORE für das Studium und die Anwendung


Die Untersuchung dieser "Matrjoschka" beginnt mit der aller „kleinsten“ Figur und verläuft in Richtung wachsende Größe hin zum Komplizierteren.

Konkret verläuft das Studium der Modern TRIZ in der Richtung von den Studios A und B – über die Studios C und D – hin zum Studio E unter Berücksichtigung des Anstiegs des Schwierigkeitsgrades des zu lösenden Problems.

Genau so beginnt auch die Lösung eines Problems bei den Methoden der unteren Studios entsprechend der TRIZ-Konzeption "minimale Aufgabe". Die Methoden der anderen Studios werden je nach Anstieg des Schwierigkeitsgrades eines Problems auch in der Richtung von den Studios A und B – über die Studios C und D – hin zum Studio E angewendet.


Die Hauptkomponenten des Modells PentaCore für das Studium und die Anwendung befinden sich in der Abbildung:

Abschließend sollte bemerkt werden, dass eine ähnliche strategische Evolution der TRIZ konzeptionell bereits vom Gründer der TRIZ G. Altschuller angeregt wurde.

Die Evolution wurde auf drei nacheinander sich entwickelnden theoretischen Stufen betrachtet: TRIZ, Entwicklung der kreativen Vorstellungskraft [russ: РТВ (развитие творческого воображения)] und Theorie der Entwicklung der kreativen Persönlichkeit [russ: ТРТЛ (теория развития творческой личности)]. Die Frage jedoch besteht darin, wie sich diese Evolution in der Praxis vollziehen könnte und was als zuverlässiges Kriterium bei der Realisierung und Entwicklung in jedem Stadium dienen könnte und sollte?

Die Integration der Verfahren in der Konzeption PentaCORE hat durchaus eine zuverlässige methodologische und psychologische Grundlage und legt aus diesen Positionen heraus sowohl Harmonie als auch Pragmatismus offen.

Copyright (c) Modern TRIZ Academy International 2010